Magnesium – ein kritischer Rohstoff in der EU

Magnesium gehört zu den zehn häufigsten chemischen Elementen in der Erdkruste und ist zur Herstellung verschiedener Aluminium-Legierungen ein unverzichtbarer Rohstoff. Obwohl die Magnesium-Reserven weltweit nahezu unbegrenzt sind, wird Magnesium nicht überall auf der Welt abgebaut.

Die Produktion des wichtigen Rohstoffes ist äußerst energieintensiv und wie bei vielen anderen Rohstoffen hat China auch beim Magnesium die Nase vorn. Beinahe 90 Prozent der weltweiten Magnesiumimporte stammen aus der Volksrepublik.

In der EU ist Magnesium mittlerweile als kritischer Rohstoff eingestuft, denn fast unbemerkt durch den weltweiten Chipmangel und die Lieferkettenprobleme droht nun auch Magnesium knapp zu werden.

Energieintensive Produktion

Die Erdkruste beinhaltet weltweit nahezu unbegrenzte Mengen an Magnesium. Doch Magnesium liegt nicht in elementarer Form in der Erde verborgen. Stattdessen tritt es als Mineral in Form von Silicat, Chlorid, Sulfat oder Carbonat auf.

Die Gewinnung von Magnesium ist deshalb nicht ganz so einfach wie etwa die Förderung von Kohle oder Eisenerzen. Das Erdalkalimetall muss durch Schmelzflusselektrolyse oder durch thermische Reduktion aus dem Gestein extrahiert werden, bevor es in reiner Form vorliegt und weiter verwendet werden kann. Beide Verfahrensweisen sind sehr aufwendig und energieintensiv.

Chinas Monopolstellung in der Magnesiumproduktion

Die Volksrepublik China ist für viele Rohstoffe einer der größten und wichtigsten Produzenten. Bei der Magnesiumproduktion hat das Land der Mitte mit rund 87 Prozent der weltweiten Magnesiumgewinnung eine absolute Monopolstellung.

In Europa deckt China sogar 95 Prozent des Magnesiumbedarfs und so, wie bei zahlreichen anderen Rohstoffen, macht sich nun auch die Abhängigkeit Europas und der gesamten Welt von China bei dem so wichtigen Rohstoffmaterial Magnesium zunehmend bemerkbar und bedroht insbesondere die Produktion in der Automobilherstellung.

Viele chinesische Magnesiumproduzenten haben derzeit ihre Produktion drastisch zurückgefahren, um auf diese Weise Energie einzusparen. Die chinesische Zentralregierung hatte zuvor neue Vorgaben zum Einsparen der CO2 Emissionen erlassen.

Versorgungsengpässe und Produktionsausfälle drohen

Vor allem bei der Aluminium-Produktion ist Magnesium ein Rohmaterial, auf das nicht verzichtet werden kann und für das es auch keinen adäquaten Ersatz gibt. Aluminium ohne entsprechende magnesiumhaltige Legierung ist für viele Industrien und ganz besonders für die Medizintechnik und die Autoindustrie nicht nutzbar, da es ohne Legierung nicht über die notwendigen Eigenschaften verfügt.

Der Gesamtverband der Aluminiumindustrie teilte kürzlich mit, dass die Magnesium-Vorräte vieler Unternehmen nur noch bis Ende November ausreichen. Bleibt der dringend benötigte Nachschub aus, könnte dies schnell Versorgungsengpässe und Produktionsausfälle nach sich ziehen.

Europa und insbesondere Deutschland könnten von den Magnesium-Engpässen ganz besonders getroffen werden, denn seit 2001 gibt es in Europa so gut wie keine eigene Magnesiumproduktion mehr.

Zwar bauen die USA, Kanada und die Türkei zurzeit ihre Magnesiumproduktion aus, doch an der vollständigen Abhängigkeit Europas von China dürfte dies mittelfristig nichts ändern.



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