Welche Zukunft haben Uran-Investments?

Zurzeit zeigt der Kurs für Uran-Investments eindeutig einen Aufwärtstrend. Vor allem Kleinanleger scheinen derzeit auf ein Revival der Kernkraft zu setzen. So konnte in den Monaten August und September eine wahre Rallye beim Preis für Uran-Futures beobachtet werden und auch die Aktien von Uranunternehmen schossen in die Höhe.

Dahinter steht der Gedanke, dass sich eine konstante Energiesicherheit mit Klimaschutz nur vereinbaren lässt, wenn die Atomkraft ein Comeback erlebt und in Zukunft vermehrt eingesetzt wird. Doch auch der für die Atomkraft unerlässliche Rohstoff Uran ist nur in begrenzter Menge verfügbar, sodass diejenigen, die nun auf Uran-Investments setzen ebenfalls auf eine Verknappung des Rohstoffs hoffen.

Die Uranfans unter den Kleinanlegern haben für ihre Theorie entsprechende Vorbilder und Autoritäten, darunter auch Bill Gates. Der Microsoft-Gründer predigt schon seit Jahren, dass mehr Atomkraft notwendig sei, um eine Klimakatastrophe abzuwenden. Die Frage ist also, ob es tatsächlich zu einer Verknappung des Rohstoffs Uran kommen kann.

Wie selten ist der Rohstoff Uran?

Immer wieder hört man die unterschiedlichsten Prognosen zu den weltweiten Uranvorkommen. Mal heißt es, die Vorkommen reichen nur noch für 50 Jahre, ein anderes Mal wird von 200 Jahren ausgegangen.

Fakt ist natürlich, dass auch Uran wie jeder andere natürliche Rohstoff nur in begrenztem Maße verfügbar ist. Legt man den heutige Bedarf und die heutige Technik zugrunde, reichen die weltweiten Uranvorkommen tatsächlich nur noch für rund 20 Jahre. Dabei handelt es sich allerdings nur um die „statischen Reserven“. Die „dynamischen Ressourcen“ reichen indes laut der Berechnungen von Experten mindestens noch für 130 Jahre.

Zu bedenken ist selbstverständlich ein Anstieg des Uranbedarfs, sofern die Atomkraft tatsächlich in den kommenden Jahren weiter ausgebaut wird. Werden allerdings der technische Fortschritt bei der Urangewinnung und der Nutzung des Rohstoffs zur Gewinnung von Atomstrom berücksichtigt, gehen Experten davon aus, dass sich der Uranpreis in absehbarer Zukunft auf Dauer nicht erhöhen wird.

Die größten Uranproduzenten

Verglichen mit anderen wichtigen Rohstoffen wie etwa dem Erdöl, sind weltweit verteilt überall Uranvorkommen zu finden. Im großen Stil wird Uranerz hauptsächlich in Australien, Südafrika, Russland, den USA, Kanada und Namibia abgebaut.

Auch in Deutschland gibt es Uranvorkommen. Die größte Lagerstätte befindet sich im Südschwarzwald. Doch auch in Ostthüringen und im Erzgebirge gab es große Abbaugebiete. Im Jahr 1990 war die damalige DDR sogar das viertgrößte Abbauland weltweit. Seit Juni 2021 wird in Deutschland jedoch kein Uran mehr abgebaut.

Der mit Abstand größte Uranproduzent ist das kasachische Bergbauunternehmen Kazatomprom mit einem Marktanteil von 22 Prozent. Die französische Orano-Gruppe sowie der kanadische Konzern Uranium One sind mit einem Marktanteil von jeweils 9 Prozent auf Platz zwei und drei der größten Uranproduzenten.



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