Preisexplosion für Aluminium erwartet

Magnesium ist ein wichtiger Rohstoff für Aluminium, welches ohne Magnesium nicht hergestellt werden kann. In Europa wird seit 2001 kein Magnesium produziert. Die Aluminium-Industrie ist daher zwingend auf eine gut funktionierende Lieferkette angewiesen.

Doch der Hauptlieferant China hat einen Exportstopp für den wichtigen Rohstoff verhängt. Da die Magnesium-Vorräte bereits im November erschöpft sind, droht eine Preisexplosion beim Aluminium.

Lieferstopp in China

Magnesiummetall ist weltweit in der Erdkruste zu finden. Doch die Gewinnung von Magnesium ist aufwendig, umweltschädlich und sehr energieintensiv. So wurde in Europa bereits im Jahr 2001 die gesamte Magnesium-Produktion eingestellt.

Mittlerweile kommt die größte Menge des so wichtigen Rohstoffes aus China. China ist der größte Magnesium-Lieferant weltweit und kontrolliert mit rund 87 Prozent der weltweiten Magnesium-Produktion den Weltmarkt.

Seit Mitte September hat die chinesische Regierung die Magnesium-Lieferungen ins Ausland fast vollständig gestoppt. Offiziell wurde der Lieferstopp damit begründet, der Energieverbrauch in China müsse aufgrund von Strommangel stärker kontrolliert werden.

Vorräte bereits Ende November erschöpft

Bislang kam das hauptsächlich zur Herstellung von Aluminium benötigte Magnesium ausschließlich aus China. Ein Lieferstopp bringt daher die deutsche Industrie in große Schwierigkeiten.

Magnesium ist zudem nicht sehr lange lagerfähig. Die schnelle Oxidation des Metalls sorgt dafür, dass Magnesium maximal nur 3 Monate lagerfähig ist. Die Vorräte sind also entsprechend begrenzt.

Die Metallindustrie hat nun einen Brandbrief an das Auswärtige Amt geschickt, in dem unter anderem auch der Hinweis zu finden ist, dass die Magnesium-Vorräte erschöpft sind. Ohne neue Lieferungen kann also kein Aluminium mehr hergestellt werden.

Sollten die Magnesium-Hütten in China ab Januar nicht wie gewohnt produzieren, sind damit zwangsläufig auch in Deutschland Produktionsausfälle zu erwarten.

Besonders betroffen ist die Automobilindustrie. Doch auch zahlreiche andere Industrien werden ihre Produkte nicht mehr so wie gewohnt herstellen können. Betroffen wäre die gesamte Aluminium-Wertstoffkette. Neben Autos könnten auch keine Flugzeuge, Elektrofahrräder und sonstige Maschinen mehr gebaut werden. Ebenso wäre die Eisen- und Stahlproduktion nicht mehr möglich, sodass auch andere Industrien wie etwa die Bauindustrie betroffen wären.

Preisexplosion erwartet

Bereits vor dem chinesischen Lieferstopp sind die Preise für Aluminium aufgrund der allgemeinen und Corona-bedingten Lieferkettenprobleme in die Höhe gegangen. In ihrem Brandbrief an das Auswärtige Amt geht die Metallindustrie jedoch davon aus, dass auch die Preise für Aluminium, welches noch auf dem Markt erhältlich ist, extrem in die Höhe schießen werden.

Zahlreiche Industrieunternehmen rechnen zudem damit, dass sich die Preisexplosion noch bis weit in das kommende Jahr hinein fortsetzen wird.

Ob China tatsächlich die Magnesium-Produktion spätestens im Januar wieder aufnimmt, kann derzeit noch niemand sagen. Die EU kennt das Problem jedoch schon länger. So steht Magnesium schon seit 2017 auf der Liste der kritischen Rohstoffe – bisher jedoch ohne, dass Gegenmaßnahmen ergriffen wurden.



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