Europäische Strategie für kritische Rohstoffe dringend notwendig

Kritische Rohstoffe und darunter insbesondere Seltene Erden sind für viele Industrien unerlässlich. Vor allem eine digitale, klimaneutrale und energieeffiziente Wirtschaft ist ohne Seltene Erden undenkbar.

Doch wie für die meisten wichtigen Rohstoffe ist China auch für kritische Rohstoffe und dabei insbesondere für Seltene Erden das führende Erzeugerland. Infolge sind die europäische Wirtschaft sowie auch die Klimaziele der EU in hohem Maße von der Volksrepublik China abhängig.

Spätestens die Corona-bedingten Lieferkettenschwierigkeiten und der damit einhergehend Chipmangel zeigen deutlich wie brisant und gefährlich dies für Europa sein kann. Nun befasst sich das EU-Parlament endlich mit einer neuen europäischen Strategie zur Deckung des Bedarfs an kritischen Rohstoffen in Europa.

Seltene Erden – nicht selten, aber der Abbau ist kritisch

Unter den kritischen Rohstoffen nehmen die Metalle der Seltenen Erde eine ganz besondere Stellung ein. Sie werden für nahezu alle zukunftsweisenden, klimaschonenden und energieeffizienten Technologien dringend benötigt.

Trotz ihres Namens sind Seltene Erden nicht so selten wie der Name es vermuten lässt. Tatsächlich sind Seltene Erden auf allen Kontinenten dieser Erde zu finden. Doch ihr Abbau hat in mehrfacher Hinsicht so seine Tücken.

Zum einen sind nicht alle Vorkommen ergiebig genug, um kommerziell rentabel gefördert werden zu können. Zum anderen bleibt ihr Abbau nicht ganz ohne Umweltfolgen.

Lange Zeit war es für die EU also mehr als praktisch die wichtigen Rohstoffe aus anderen Erzeugerländern zu importieren. Spätestens die Corona-Krise und vor allem auch die angestrebte Klimaneutralität haben aber die Nachteile des Imports aufgezeigt, sodass ein Umdenken und eine geringere Abhängigkeit der EU von den Haupterzeugerländern dringend notwendig sind.

Zunehmender Bedarf und Importabhängigkeit drängen zum Umdenken

Derzeit müssen Seltene Erden und andere kritische Rohstoffe größtenteils importiert werden, um den Bedarf der europäischen Wirtschaft zu decken. Mehr als 60 Prozent der benötigten Rohstoffe kommen derzeit aus China.

Doch die Abhängigkeit der EU von China ist äußerst risikobehaftet. So beinhaltet der neue Fünfjahresplan der Volksrepublik das Recht wegen Eigenbedarfs den Export seltener Rohstoffe jederzeit beschränken zu können.

Weitere 20 Prozent der benötigten Rohstoffe kommen aus Russland, der Rest wird aus Kasachstan, Marokko und anderen afrikanischen Ländern importiert.

Doch der Bedarf an Seltenen Erden und anderen kritischen Rohstoffen wird nach Schätzungen bis zum Jahr 2030 um mehr als 50 Prozent zunehmen.

Strategien für mehr Importunabhängigkeit

Um eine größere Importunabhängigkeit zu erlangen setzt die EU auf drei grundlegende Strategien, die sich gegenseitig ergänzen sollen.

Zum einen sollen die Bemühungen hin zu einer Kreislaufwirtschaft, in der das Recycling von Ressourcen eine wichtige Rolle spielt, erhöht werden. Dazu sollen die Mitgliederstaaten strategische Lagerbestände an kritischen Rohstoffen anlegen.

Doch dies allein wird nicht ausreichen, um bei steigendem Bedarf die Importabhängigkeit zu verringern. Daher wird in Zukunft auch der Abbau von kritischen Rohstoffen in Europa eine größere Rolle spielen müssen. Dennoch soll der Bergbau in Europa auch in Zukunft „streng eingeschränkt“ bleiben und seine Umweltverträglichkeit streng überprüft werden.



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