Rio Tinto unter Beschuss

Der britisch-australische Bergbauriese Rio Tinto gehört zu den größten Produzenten mineralischer Rohstoffe weltweit. Vom Eisenerz bis hin zum Titandioxid reicht die Produktpalette des Konzerns, der in 35 Ländern dieser Erde seine Bergwerke, Hütten und Raffinerien betreibt.

Beinahe 50000 Mitarbeiter arbeiten weltweit an rund 60 Projekten des Unternehmens und sorgen dafür, dass Rio Tinto hinter BHP Billiton mit einer Marktkapitalisierung von 135,3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 der zweitgrößte Bergbau- und Minenkonzern der Welt war. Vale, genau wie Glencore International und Anglo folgen auf den Plätzen 3 bis 5 erst mit großem Abstand.

Die Aktie des Konzerns befindet sich derzeit jedoch in einem langfristigen Abwärtstrend und auch sonst musste der Konzern in den letzten Wochen einige Rückschläge und negative Schlagzeilen aushalten.

Der zweitgrößte Bergbaukonzern der Welt

Seit Jahren gehört Rio Tinto zu den absoluten Riesen unter den Bergbaukonzernen. Im vergangenen Jahr war der britisch-australische Minenkonzern offiziell das zweitgrößte Bergbauunternehmen weltweit.

Neben Eisenerz, Aluminium und Kupfer produziert das Unternehmen unter anderem auch Diamanten, Salz, Lithium, Borate und Titandioxid. In 60 Betrieben und Projekten in insgesamt 35 Ländern dieser Erde sind fast 50000 Menschen bei Rio Tinto angestellt.

Schlechte Unternehmenskultur

Laut eines nun bekannt gegebenen Berichts der ehemaligen australischen Beauftragten für Geschlechtsdiskriminierung, Elizabeth Broderick, beklagten sich offenbar diverse Mitarbeiter über Mobbing, sexuelle Belästigung und Rassismus innerhalb des Unternehmens. So gab rund die Hälfte der mehr als 10000 Befragten an, schon einmal gemobbt worden zu sein.

Der Bericht zur Überprüfung der Unternehmenskultur bei Rio Tinto war im Frühjahr 2021 in Auftrag gegeben worden. Konzernchef Jakob Stausholm äußerte sich nun zu den Ergebnissen der Untersuchung und sicherte zu alle Empfehlungen aus dem Bericht umzusetzen.

Kein Lithiumabbau in Westserbien

Seit mehreren Jahren ist Rio Tinto damit beschäftigt ein Projekt zum Abbau von Lithium im westserbischen Jadar-Tal voranzutreiben. Der Produktionsbeginn war für 2027 geplant. Ab dann sollten rund 2,3 Millionen Tonnen Lithiumkarbonat in der Region Loznica abgebaut werden. Entsprechende Vereinbarungen mit der serbischen Regierung waren bereits getroffen.

Doch seit geraumer Zeit gab es massive Proteste von Umweltschützern gegen das Projekt. Lithium ist zwar ein wichtiger und wesentlicher Bestandteil von Batterien und hat vor allem seit der fortschreitenden E-Mobilität noch an Bedeutung gewonnen, der Abbau von Lithium ist aber umstritten. Die dabei entstehende salzhaltige Sole muss abgepumpt und in entsprechende Becken geleitet werden. Dadurch sinkt jedoch der Grundwasserspiegel in der Abbauregion.

Nun hat das serbische Kabinett den Raumordungsplan für die Region Loznica für viele überraschend widerrufen und dem Projekt zum Lithiumabbau damit die Grundlage entzogen.

Umweltschützer in Serbien freuen sich zwar über den errungen Etappensieg, doch manche vermuten hinter der Entscheidung ein taktisches Zugeständnis anlässlich der im April anstehenden Präsidentschaftswahlen in Serbien.

Dennoch hat Ministerpräsidentin Brnabic deutlich gemacht, dass das Rio Tinto Projekt mit dieser Entscheidung endgültig abgeschlossen sei. Für den Bergbauriesen dürfte dies ein herber Rückschlag sein.



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