Trotz bevorstehender Zinswende steigt der Goldpreis wie schon lange nicht mehr

Schon seit dem Tief vom August 2021 befindet sich der Goldpreis wieder in einem Aufwärtstrend, der zwar durch Schwankungen immer wieder unterbrochen wurde, doch derzeit ist der Goldpreis so hoch wie schon lange nicht mehr.

Hauptgrund dafür dürfte die Ukraine-Krise sein. Die anhaltenden Spannungen und die nach wie vor unsichere geopolitische Lage treiben die Anleger in vermeintliche sichere Assets, womit sich wieder einmal bewahrheitet, dass für viele Anleger Gold als sicherer Hafen in Krisenzeiten gilt.

Goldpreis erreicht Acht-Monats-Hoch

Zum Wochenschluss stieg der Preis für Gold zeitweise über 1900 US-Dollar je Feinunze. Einen derart hohen Preis gab es zum letzten Mal im Juni des vergangenen Jahres. Im August 2021 hatte der Goldpreis dann sogar ein Tief von 1680 US-Dollar je Feinunze erreicht. Seitdem ist zwar wieder ein Aufwärtstrend sichtbar, dieser verlief bis jetzt aber mit enormen Schwankungen.

Dass das gelbe Edelmetall genau jetzt ein Acht-Monats-Hoch erreichen konnte, ist auf den ersten Blick in Anbetracht der bevorstehenden Zinswende vielleicht erstaunlich. Doch Hauptgrund für den Preisanstieg dürfte die Ukraine-Krise sein.

Anhaltende Spannungen und weiterhin Kriegsgefahr mitten in Europa

Die anhaltend gespannte Lage und die Kriegsgefahr in der Ukraine verunsichern die Anleger bereits seit Wochen. Zwar gab es in der vergangenen Woche zunächst Signale der Entspannung, doch sowohl die Nato als auch die US-Regierung sowie die anderen westlichen Regierungen blieben dennoch skeptisch.

Ob Russland tatsächlich Truppen aus dem ukrainischen Grenzgebiet abzieht, wurde bislang nicht bestätigt und am Freitag kündigte Kreml-Chef Putin ein Manöver an, bei dem strategische Nuklearwaffen getestet werden soll und Russland forderte den Abzug aller US-Soldaten aus Ost- und Mitteleuropa.

Die Flucht in sichere Assets

Das alles hört sich auch für Anleger nicht gerade nach Entspannung an. Schon seit einigen Wochen beobachten Finanzexperten eine vermehrte Nachfrage nach sogenannten „sicheren Assets“. Darunter fallen Staatsanleihen und Währungen wie etwa der US-Dollar oder der Schweizer Franken und traditionell eben auch Gold.

Für Rohstoffexperte Daniel Briesemann von der Commerzbank ist das Vorgehen der Anleger daher auch wenig überraschend. Er sieht jedoch vor allem die unklare und ständig schwankende Nachrichtenlage in Bezug auf die Ukraine-Krise als Hauptursache für die derzeit so starke Nachfrage nach Gold.

Ob der Trend hin zum Gold und vor allem auch der hohe Goldpreis anhalten, ist jedoch nicht nur von den Entwicklungen in der Ukraine abhängig. Auch die weitere Entwicklung in der US-Zinswende und die weitere Entwicklung des US-Dollars spielen dafür eine große Rolle.

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